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Position:   Jugendpolitik > ERASMUS+
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Die mögliche Zukunft von "Jugend in Aktion": ERASMUS FOR ALL

Bis Ende 2013 läuft das EU-Förderprogramm "Jugend in Aktion" noch: Ob bzw. in welcher Form es weiter bestehen wird, ist ungewiss. Erste Zukunftsszenarien aber gibt es schon:

Im Vorschlag des mehrjährigen Finanzrahmens der Europäischen Kommission wird empfohlen, die EU-Programme „Jugend in Aktion“, „Lebenslanges Lernen“ sowie drei weitere kleine Programme zu einem großen Förderprogramm mit dem Titel „Erasmus For All“ zusammen zu schließen.

Die derzeit bestehenden Programme würden durch ein großes Programm mit insgesamt drei Säulen/Schwerpunkten ersetzt:

  • Transnationale Bildungsmobilität
  • Unterstützung für Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen und dem Privatsektor
  • Unterstützung von politischen Maßnahmen

Einzelne Aktivitäten aus dem Jugendbereich, wie z.B. der Europäische Freiwilligendienst, würden vermutlich weiter bestehen, es gäbe aber weder ein sichtbares EU-Jugendprogramm, noch einen sichtbaren Jugendstrang innerhalb des großen Bildungsprogramms “Erasmus For All“, welches sich dann an den Hochschul-, Schul-, Erwachsenenbildungs- sowie Jugend-Sektor wendet.

Mehr Geld für ein größeres Programm

Die Kommission stellt für das Programm „Erasmus For All" insgesamt eine Budgeterhöhung von 70% in Aussicht. Wie dieses Budget aufgeteilt wird bzw. ob ein fixer Teil davon für JUGEND-Teilbereiche vorgesehen ist, ist noch nicht bekannt.

Befürworter und Gegner

Neben Befürwortern von „Erasmus For All“ hat sich mittlerweile auch eine große Gruppe von Mitgliedstaaten als Gegner dieses Vorschlages formiert. Denn eigentlich hat die von der Europäischen Kommission durchgeführte Zwischenevaluierung des Programms „Jugend in Aktion“ sowie auch die europaweit durchgeführte „Online-Befragung“ ergeben, dass die Weiterführung eines eigenständigen europäischen Jugendprogramms gewünscht wird: Jugendpolitik sollte sichtbar bleiben - und Jugendliche sollen als NutzerInnen und GestalterInnen eines erkennbaren Jugendprogramms auftreten können.

Die Argumente

Während die EU-Kommission ihren Vorschlag mit den Wünschen nach Vereinheitlichung und möglichen sinkenden Verwaltungskosten untermauert, werden von den Kritikern eher inhaltliche Argumente vorgelegt:

  • „Jugend in Aktion“ ist das einzige EU-Programm, das sich besonders an die Zielgruppe der benachteiligten Jugendlichen wendet. Also gerade an jene, die Schwierigkeiten in ihrem formalen Bildungsweg, soziale oder gesundheitliche Nachteile haben. „Erasmus For All“ soll eher einen Schwerpunkt auf Hochschulbildung und Studierende haben.
  • Ein großes und "vereinheitlichtes" Programm kann nur dann kostensparend arbeiten, wenn auch Verfahren sowie Info- und Betreuungsstrukturen vereinheitlicht werden: Es ist zu befürchten, dass diese Vereinheitlichung eher nach den Bedürfnissen der großen Player aus dem Bildungs- und Arbeitsmarktbereich ausgerichtet werden und nicht nach den Anforderungen des partizipativen Jugendsektors: SALTO, EURODESK, das Netzwerk der Nationalagenturen samt Regionalstellen würde zur Disposition stehen.
  • Jugendpolitik soll nicht (nur) zur Bildungspolitik gemacht werden und Bildungspolitik nicht (nur) zur Arbeitsmarktpolitik: es steht zu befürchten, dass jugendspezifische Themen abseits von (formaler) Bildung und Arbeitsmarkt an Wichtigkeit verlieren.
  • Mit dem Ende von „Jugend in Aktion“ ginge Europa das wichtigste Instrument zur Implementierung einer Europäischen Jugendstrategie verloren - und ein wichtiges Finanzierungsinstrument für jugendpolitische Aktivitäten.
  • Die europäischen Jugendprogramme können auf eine lange Erfolgsgeschichte zurück blicken. Sie haben mit relativ geringen Mitteln und mit kleinen, zum großen Teil von Jugendlichen selbst geplanten Projekten, zu europäischem Bürgersinn, zur Anerkennung der Non-formalen Bildung, zu mehr Toleranz, Offenheit, Jugendpartizipation, kultureller Vielfalt und Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen beigetragen.

Rücken- oder Gegenwind?

Am 23. November 2011 wird die Europäische Kommission detaillierte Pläne für eine neue Programmgeneration vorlegen. Von verschiedener Seite gibt es Stellungnahmen zu den neuen Plänen der Kommission, einige davon sind online veröffentlicht worden. Auch haben sich verschiedene Initiativen formiert, die für die Erhaltung eines eigenständigen Jugendprogramms eintreten, eine davon ist auf Facebook zu finden: Auf der Youth in Action-Ambassador Page können Privatpersonen als Fürsprecher für den Erhalt von eines eigenen Jugendförderprogramms eintreten bzw. ihre Meinung kundtun oder mit einem "Like" die Initiative unterstützen.