zur Navigation
zum Inhalt
zur Suche
2. Deutschsprachiges Jugendforum
Position:   Pinnwand > Jugendforum 2010 > Workshop-Dokumentation > Nachmittag, 4. November 2010

Qualifizierung junger Freiwilliger - treib.stoff & Juniorexperts

Leitung: Barbara Gysel & Christine Wolfgramm, Pädagogische Hochschule Zentralschweiz

Eine ganze Reihe wissenschaftlicher Befunde zeigen, dass junge Freiwillige in ihrem Engagement nicht nur viel Lernen, sondern auch wichtige Kontakte knüpfen und Einstellungen entwickeln, die für ihre weitere Entwicklung bedeutsam sein können. Dies ist nicht nur aus individueller, sondern auch aus gesellschaftlicher Sicht von Nutzen. In diesem Workshop wurde der Frage nachgegangen, wie junge Freiwillige und solche, die es werden wollen optimal unterstützt und gefördert werden können. Das Qualifizierungskonzept von treib.stoff und Juniorexperts wurde vorgestellt und gezeigt, wie junge Freiwillige mit diesem Programm in ihren Tätigkeiten unterstützt werden. Nebst den erhaltenen Informationen zum Angebot haben sich die Teilnehmenden des Workshops auch zu Themen wie Qualifizierung und den Stellenwert von Zertifikaten generell ausgetauscht.

Das Qualifizierungsangebot: treib.stoff- die Akademie für junge Freiwillige

An der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz in Zug wird in Kooperation mit „Infoklick.ch – Kinder- und Jugendförderung Schweiz“ treib.stoff – die Akademie für junge Freiwillige betrieben. Evaluiert wird die Akademie durch ein Team aus PsychologInnen und PädagogInnen der Freien Universität Berlin.

treib.stoff – die Akademie für junge Freiwillige bietet Kurse und Coaching für junge Freiwillige zwischen 15 und 27 Jahren aus der Deutschschweiz. An drei Wochenenden können junge Erwachsene einiges an Projektmanagement lernen. Gleichzeitig arbeiten sie an ihren eigenen Projekte.

Wer mitmacht, bezahlt inklusive Kursmaterialien, Übernachtungen in Zug und Verpflegung nur Fr. 75.- bekommt Beratung und Unterstützung für sein/ ihr Projekt, hat Spass in der Gruppe und lernt von anderen, bekommt an Ende ein Zertifikat und gehört zu den Juniorexperts von Infoklick. Mehr unter: www.treib-stoff.ch und www.engagement-bewegt.ch

PowerPoint-Präsentation "treib.stoff" zum Download hier (PDF-File, ca. 1,2 MB)

Ergebnisse & Erkenntnisse

Es stellte sich in der Diskussion heraus, dass Kursangebote und Qualifizierungsprogramme für junge Freiwillige im deutschsprachigen Raum noch keine Selbstverständlichkeit sind. Viele Weiterbildungen sind nur auf spezifische Gruppen ausgerichtet und für Teilnehmende anderer Organisationen nicht offen. Viele Angebote sind wenig bekannt. Die Workshopteilnehmenden äusserten den Bedarf an Weiterbildung und Qualifizierung – bis hin zu Anerkennung mittels Ausweisen. Das exemplarische Angebot der treib.stoff Akademie, wo so genannte „neue Freiwillige“ Weiterbildung und Coachig im eigenen Projekt bekommen, wurde als neue Dimension der Qualifizieriung von Freiwilligen gesehen. In Ergänzung zum Einsatz bei Freiwilligendiensten wäre vermehrt zu prüfen, inwiefern junge Erwachsene darin gestärkt werden könnten, eigene Projekte zu realisieren.
Ein weiteres Fazit war, dass der Hauptzweck von Zertifikaten in der Anerkennung gegenüber den Teilnehmenden selber und der Reflexion des Gelernten durch die Teilnehmenden besteht. Obschon Zertifizierungen auch als Ausdruck einer „Formalisierung des Informellen“ gesehen werden können,wurde jedoch von einem Workshopteilnehmer berichtet, dass er selbst seinen Studienplatz dank des ‚Youthpass‘ erhalten hat. Im Freiwilligensektor erworbene Zertifikate haben also durchaus ihre Berechtigung und können in einem wohl relativ späten Stadium der Bewerbung um Studien- oder Ausbildungsplätze den entscheidenden Unterschied ausmachen.

Spannende Diskussionspunkte & weiterführende Fragen

  • Welche Qualifizierungsprogramme für junge Freiwillige sind am sinnvollsten?
  • Wie ist es möglich (noch) nicht engagierte und benachteiligte Jugendliche für freiwillige Tätigkeiten zu motivieren?
  • Wie kann die Vernetzung und der Austausch über Arbeitsmaterialien und Erfahrungen zwischen Anbietern von Qualifizierungsprogrammen besser gelingen?
  • Wie können bestehende Anerkennungstools wie etwa der Youthpass breiter gefördert werden?

Tipps & Links zum Thema